
Eine positive Bilanz zogen der Aufsichtsrat und der Vorstand des St. Bruno-Werks bei der diesjährigen Vertreterversammlung der Wohnungsgenossenschaft. Die globalen Rahmenbedingungen gestalten sich durch diverse Kriege, von den USA erhobene Einfuhrzölle und mehrere Erhöhungen des Leitzinses durchaus herausfordernd. Der Wohnungsbau – bisher Motor der deutschen Wirtschaft – schwächt sich zum zweiten Mal in Folge weiter ab. Der Jahresüberschuss des St. Bruno-Werks beträgt rund 4,6 Millionen Euro, davon werden 4 Millionen Euro in die freie Rücklage, 470.000 Euro in die gesetzliche Rücklage gestellt. Die Genossenschaftsmitglieder erhalten vom Bilanzgewinn 3 Prozent Dividende. „Wir haben wieder ein gutes Jahr hinter uns gebracht“, so der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Dr. h.c. (UCC) Adolf Bauer und dankte dem gesamten Team. „Darauf können wir sehr stolz sein.“ Für weitere 4 Jahre wählte die Vertreterversammlung einstimmig den seit 24 Jahren im Aufsichtsrat tätigen Domkapitular em. Dr. Jürgen Lenssen.
Der Jahresabschluss 2025 entspricht den gesetzlichen Vorgaben
Rechtsanwalt Andreas Waldhorn, der gleichzeitig Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates ist, präsentierte das Prüfungsergebnis des Aufsichtsrates: „Die Ertragslage ist im Berichtsjahr zufriedenstellend.“ Der Jahresabschluss 2025 entspreche in allen Punkten den gesetzlichen Grundlagen und dem Genossenschafts-Zweck, der darin besteht, ihre Mitglieder durch die Bereitstellung sozial verantwortbarer Mieten für Wohnraum zu fördern.
Geschäftsverlauf der Genossenschaft
Die Genossenschaft war im Jahr 2025 im Wesentlichen mit der Modernisierung und Instandhaltung ihres Gebäudebestandes sowie dem Neubau von Mietwohnungen aktiv. Im Berichtsjahr hat die Wohnungsgenossenschaft erstmals nur eigene Wohnungen verwaltet und bewirtschaftet. Die Geschäftsbesorgungen und Treuhandverwaltungen für Dritte wurden zum 31. Dezember 2024 fristgerecht gekündigt und abgegeben. Der Jahresüberschuss hat sich gegenüber dem Vorjahr um 300.000 Euro auf rund 4,6 Millionen Euro erhöht. Auch die Bilanzsumme ist zum 31. Dezember 2025 und rund 11,3 Millionen Euro höher geworden und beträgt zum Ende des Berichtsjahres rund 168,8 Millionen Euro.
Verantwortungsvolle Investitions-Planungen und der Klimapfad
Das St. Bruno-Werk plant Investitionen sehr verantwortungsvoll, das heißt, ohne mögliche Zuschüsse, Förderungen oder zinsverbilligte Darlehen mit einzurechnen. Erst wenn ein neues Projekt beginnt, werde geprüft, ob ein interessantes und vernünftiges Förderprogramm vorhanden ist, das man dann selbstverständlich berücksichtige. Auch die Ergebnisse des Klimapfades, den das St. Bruno-Werk seit einigen Jahren konsequent verfolgt, werden in die Investitions-Planung eingearbeitet. „Der Bedarf an Wohnraum ist in Deutschland weiterhin hoch“, erläutert der Geschäftsführende Vorstand Frank Hermann. „Die Wohnungsbauinvestitionen dürften aber im Jahr 2026 um rund 20 Prozent niedriger liegen als 2020.“
Weitere Ziele in 2026 – Neubauten am Hubland sind fertig
Das Unternehmensziel des St. Bruno-Werks ist weiterhin die Instandhaltung und Modernisierung des eigenen Wohnungsbestandes. Dafür habe das St. Bruno-Werk für das Jahr 2026 Investitionen von rund 10 Millionen Euro eingeplant. Für die Ende 2025 fertiggestellte Neubaumaßnahme in der Würzburger Marie-Juchacz-Straße schlagen Restkosten von 3,1 Millionen Euro zu Buche und die Wohnungsgenossenschaft liegt bisher mit rund 22,5 Millionen Euro Investitionssumme voll im geplanten Etat. Auch dem Thema CO2-Verminderung widmet sich die Genossenschaft sehr konsequent. Derzeit wird – auf die CO2-Bilanz aufbauend – ein ganzheitlicher Klimapfad erstellt. Geplant ist, dass bis zum Jahr 2045 das gesamte Unternehmen klimaneutral sein soll. Ein ambitioniertes Ziel, aber „Das schaffen wir!“, so Frank Hermann.
KI ist großes Thema
Künstliche Intelligenz hält immer mehr Einzug ins öffentliche Leben. Auch bei der Wohnungsgenossenschaft ist geplant KI sukzessive in der Verwaltung einzusetzen, um Abläufe neu zu strukturieren und Mitarbeiter zu unterstützen.
Vorsichtige Prognose
Frank Hermann gibt eine vorsichtige Prognose für die Zukunft der Wohnungswirtschaft in Mainfranken ab: „Im Jahr 2025 war der Bau von 29.000 neuen Wohnungen vorgesehen, realisiert wurden davon nur 18.000.“ Gestiegene Baukosten, der erstmals rückläufige Außenhandel und zwei aufeinanderfolgende Rezessionsjahre führen zu einer schwierigen wirtschaftlichen Lage. „Wir rechnen mit rund 2,4 Prozent weniger Neubauten.“ Die Wohnungsgenossenschaft plant für das Jahr 2026 im Wesentlichen die Generalsanierung des Anwesens in der Neumühle 28 in Würzburg sowie energetische Sanierungen von Bestandsobjekten. Auf Basis der Unternehmensplanung wird für das Geschäftsjahr 2026 wieder eine positive Ergebnisentwicklung erwartet.
St. Bruno-Werk in Zahlen
Das St. Bruno-Werk bewirtschaftete zum 31. Dezember des Berichtsjahres 2.901 Mietwohnungen, 31 gewerbliche Einheiten, 835 Garagenstellplätze (darunter 386 Tiefgaragenstellplätze) und 823 Stellplätze. Die Hälfte der 2.901 Wohnungen des St. Bruno-Werkes sind Drei-Zimmer-Wohnungen, etwa 30 Prozent Zwei- Zimmer-Wohnungen und etwa 14 Prozent Vier-Zimmer-Wohnungen. Die durchschnittliche Kaltmiete pro Quadratmeter liegt dabei unter 7 Euro Kaltmiete.
Foto (Laurin Eller): (v.l.) Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Dr. h.c. (UCC) Adolf Bauer, Ehrenvorsitzender Karl Stahl, der geschäftsführende Vorstand Frank Hermann, Aufsichtsrat Prof. Christian Baumgart, der wiedergewählte Aufsichtsrat Domkapitular em. Dr. Jürgen Lenssen, Aufsichtsrat RA Andreas Waldhorn und Vorstand Siegfried Issig. Nicht auf dem Bild sind Vorstand Manfred Bätz und Aufsichtsrätin Julia Knaier.